Mittelalter-Leben

Der Vampir

Vampire. Wer hat nicht schon einmal von diesen Wesen gehört? Der Volksglaube kennt sie als wiederauferstandene Tote und treten in beiden Geschlechtern auf. Sie sind in der Nacht aktiv und jagen Menschen und Tiere, um deren Blut zu trinken. Das Opfer hat keine Erinnerungen an diesen Überfall. Lediglich die kleinen Bisswunden am Hals zeugen vom nächtlichen Attentat. Das Opfer verwandelt sich normaler weise nach einem Biss nicht in einen Vampir, ausser es wird zu oft von einem solchen heimgesucht und stirbt in Folge des Blutverlustes. Dann wird das Opfer wieder aus dem Grabe als Blutsauger auferstehen. Es soll jedoch auch vorgekommen sein, dass bereits nach dem ersten Biss das Opfer verwandelt wurde. Dies ist jedoch eher als Ausnahme anzusehen. Erkennen kann man einen Vampir an der blassen Haut und den spitzen Eckzähnen.

Der Ursprung des Vampir-Glaubens

Der Glaube an Vampire ist auf der ganzen Welt verbreitet, in kulturell bedingt abweichenden Formen und Ausprägungen. Der Ursprung dieses Glaubens ist unklar. Man geht jedoch davon aus, dass dieser Glaube aus dem osteuropäischen Raum stammt.

Im Mittelalter war es vor allem die Kirche, die das Bild des Vampirs nutzte und als Gestalt Satans aufrecht erhielt. Dies diente zum Einen zur Sicherung der Machtposition und zum Anderen der Vernichtung von unliebsamen und unbequemen Bürgern, ganz so wie es auch mit angeblichen Hexen und Werwölfen gemacht wurde. Frauen, die sich mit einem vermeintlichen Vampir paarten wurden der Hexerei bezichtigt, sprich Ehefrauen von angeklagten Vampiren wurden ebenfalls getötet. So konnte sich die Kirche gleich auch noch etwaiger Aufrührer aus dem Verwandtenkreis des Beschuldigten entledigen.

In früheren Zeiten wurden leider auch viele Menschen aufgebahrt bzw. beerdigt, die scheintot waren. Wenn diese nun erwachten glaubte man, dass es sich bei der betroffenen Person um einen Vampir handeln würde, was ironischer weise die Hinrichtung des Betroffenen zu Folge hatte.

Schutz gegen Vampire

Was einen wirksamen Schutz gegen Vampire betrifft, so wird als die wirkungsvollste Methode der berühmte Pflock ins Herz angesehen. Dieser musste allerdings im Herz verbleiben und dürfte nicht wieder herausgezogen werden, da der Vampir sonst wieder zu neuem Leben erwachen würde. Die Wirksamkeit anderer Methoden, wie z.B. Knoblauch oder Talismane, ist leider sehr fraglich und nicht bestätigt. Da die Kirche Vampire als Teufelsgestalt hinstellten, galten Weihwasser und das Kreuz ebenfalls als Abwehrmittel gegen Vampire. Tageslicht ist ebenfalls kein Garant für die Vernichtung eines Vampirs, auch wenn diese direktes Sonnenlicht vermeiden.

Bis in die heutige Zeit ist die Angst in einigen Regionen noch präsent. Ob dies vollkommen unbegründet ist, kann keiner mit absoluter Sicherheit sagen.