Mittelalter-Leben

Die Hexen

Der Glaube an Hexen ist ziemlich alt und weit verbreitet. Vom fernen Osten bis Europa ziehen sich die Geschichten und Erzählungen über sie in unterschiedlichen Varianten und Ausprägungen. Sie werden sogar schon in der Bibel erwähnt.

Gute Hexen und böse Hexen

Eine Hexe hat dem Glauben nach magische Fähigkeiten. Diese setzt sie sowohl zum Guten als auch zum Bösen ein, wobei meistens gesagt wird, dass sie ihre Fähigkeiten für schlechte Taten benutzt. Wenn eine Hexe gute Taten vollbringt, dann vor allem durch die Heilung von Krankheiten mit speziellen Kräutern oder auch die Aufhebung von Flüchen. Aber auch der umgekehrte Fall war möglich, denn man sagt ihnen auch nach, sie würden Krankheiten hervorrufen und Flüche verhängen. Hexen, die böse Taten vollführen sollen mit dem Teufel einen Pakt oder sogar eine Beziehung mit ihm haben.

Die Beschreibungen über das Aussehen einer Hexe gehen von einer wunderschönen, jungen Frau bis zu einer alten und weniger schönen Frau. Sie sind sterblich erreichen aber dank ihrer Fähigkeiten ein sehr hohes Alter. Eher selten ist dagegen, dass man Männer als Hexen bzw. Hexer hinstellt. Im christlichen Glauben steht zweifelsfrei fest, dass Frauen schwach sein und sich so leicht vom Teufel verführen ließen und so zu Hexen werden würden.

Die Hexenverfolgung

Daher wurden vor allem Frauen ab dem späten Mittelalter verfolgt und unter dem Vorwurf der Hexerei mit schweren Folterungen zu Geständnissen bewegt, dass sie Hexen sein, um sie anschließend auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Die so hingerichteten Frauen waren selbstverständlich unschuldig, was die Hexerei betraf und so fanden viele von ihnen ein grausames Ende. Dieses Schicksal ereilte vor allem Außenseiter, die man mit Vorliebe als Sündenbock nutze, um sich so ihrer zu entledigen. Ein weiterer Grund eine Frau der Hexerei zu beschuldigen war, wenn sie die ihr zugedachte Rolle in der Gesellschaft nicht erfüllte und zu fortschrittlich für das damalige Denken war.

Es wurden auch Merkmale festgelegt, an denen erkannt werden konnte, ob es sich bei einer Person um eine Hexe handelte. Darunter fielen der Hexenflug, der Pakt mit dem Teufel, Geschlechtsverkehr mit selbigem bzw. eines Dämonen und der Schadenszauber. Anfangs von den Kirchen mit nicht großer Beachtung bedacht, rückten die Hexen aufgrund der Zuwendung zum Teufel ins Visier der kirchlichen Ermittler, da sie eine geistliche Gefahr darstellten. Im Laufe der Zeit fand die Verfolgung von Hexen allerdings immer mehr Gegner, so dass sie aus Europa, der westlichen und der östlichen Welt verschwand. Die Aufklärung der Menschen und die somit einhergehende Beseitigung des Aberglaubens tat sein übriges dazu.

Hexen heutzutage

Heutzutage gibt es Menschen, die sich ganz offiziell als Hexen bezeichnen. Dies gilt vor allem für die Anhänger der Wicca-Religion und die der Celtic Witches. Die Anhänger dieser Religionen zeichnen sich vor allem damit aus, ein großes Wissen über Heilkräuter und den alten vorchristlichen Religionen aus.