Mittelalter-Leben

Speere und Lanzen

Um sich zu duellieren, zur Abwehr von Feinden oder lediglich für die Steigerung des persönlichen Wertes wurden im Mittelalter vornehmlich traditionelle Waffen, wie beispielsweise Speere und Lanzen verwendet.

Speere

Die Waffenkategorie der Speere lässt sich in lange und kurze Modelle unterteilen. Bereits seit dem Altertum, zu Zeiten der Römer und Griechen, dienen kurze Speere als Bewaffnung der Fußsoldaten. Anwendung und Herstellung dieser Waffen sind relativ einfach und setzen keine fundierte Ausbildung voraus. Die Materialien zur Herstellung waren damals kostengünstig und ihre Verarbeitung sehr effektiv.
Ein kurzer Speer wiegt weitaus weniger als lange Modelle und erleichterte den Soldaten somit das Tragen. Bei Schlachten waren diese weniger erschöpft. Zumeist dienten die Speere als Stichwaffe, die waagerecht gehalten wurde um, bei dichter Aneinanderreihung, frontale Reiterangriffe abzuwehren. Wer über eine Zweitwaffe verfügte, konnte den kurzen Speer zu seiner Verteidigung auch werfen.
Der lange Speer hingegen ist durch seine Größe und das entsprechend höhere Gewicht merklich unhandlicher und komplizierter anzuwenden als der Kurzspeer. Die entsprechenden Techniken zu beherrschen bedarf einer tiefgründigen Ausbildung und setzt im Falle eines Kampfes ausreichend Erfahrung voraus. Dicht aneinandergereiht bilden diese Modelle einen noch effektiveren Schutz bei Reiterangriffen als Kurzspeere. Der Gegner wird erfolgreich auf Distanz gehalten. Die Metallspitze der langen Speere ist verhältnismäßig kurz, dafür aber sehr wirksam. Zumeist wurden diese Speere mir einer Seite schräg in den Boden gerammt, um anschließend einen Fuß darauf abzustellen. Der Widerstand beim Aufprall der Reiter war somit enorm groß und die Fußsoldaten dadurch im klaren Vorteil.

Lanzen

Dieses Waffenmodell wurde einzig für erfahrene Reiter entwickelt, um effektiv angreifen zu können. Das große Gewicht der Lanze kann in geübten Händen durch eine hohe Angriffsgeschwindigkeit enormen Schaden anrichten. Die Anfänge des Lanzenkampfes findet man im alten Rom. Ausgebaut wurden diese jedoch im 8. bis 10. Jahrhundert für Ritterkämpfe. Oftmals fanden damit auch Duelle zwischen Rittern statt. Hohe Herstellungskosten und eine lange Ausbildung im Kampf mit der Lanze ermöglichten nur wenigen deren Besitz.