Folterinstrumente

Darstellung der Folter mit einem Rad.

Folterinstrumente spielten im Mittelalter und auch in einigen Ländern der Welt bis heute, eine große Rolle, um mutmaßliche Verbrecher zu Geständnissen zu bewegen oder einfach nur, um Gefangene aus Spaß zu quälen.

Folterinstrumente - Von Daumenschrauben, Spanischen Stiefeln und Streckbänken

Besonders beliebt war die Daumenschraube, welche bereits in der Neuzeit Anwendung fand und im Mittelalter sehr häufig eingesetzt wurde. Hierzu wurden die Daumen, aber auch andere Finger des Gefangenen, in eine Zwinge mit einem Gewinde eingespannt. Mit dem Gewinde wurde die Zwinge nun immer fester zugedreht, was enorme Schmerzen und auch Knochenbrüche verursachte. So „behandelt“, erhielten die Peiniger sehr schnell das gewünschte „Geständnis“ des Häftlings.

Ähnlich funktionierte auch der Spanische Stiefel, ein Folterinstrument, welches vom 16. bis zum 18 Jahrhundert in ganz Europa verwendet wurde. Hierbei spannte man die Beine oder die Füße in eine Zwinge und goss zusätzlich heißes Pech in das Gerät. Zum Teil wurden auch scharfe Keile mit in die Zwinge gelegt, welche für einen noch höheren Schmerzgrad sorgten.

Höchster Beliebtheit bei den Folterern erfreute sich auch die allseits bekannte Streckbank oder Streckleiter, welche bis zum 19. Jahrhundert zur Grundausstattung fast jeder Folterkammer gehörte. Eine Streckleiter war senkrecht an einer Wand befestigt, während eine Streckbank waagerecht auf dem Boden stand. Auf diesen Folterinstrumenten wurde der Gefangene an den Füßen auf der Bank fixiert, die Arme band man an eine Winde. Besonders exklusive Ausfertigungen konnten auch in der Mitte auseinandergezogen werden. So festgebunden, wurde nun die Winde betätigt, was zur schmerzhaften Streckung und der Verletzung der Gelenke führte, da die Gelenksbänder rissen und die Knochen so aus ihrer Verankerung gezogen wurden. Zusätzlich wurde der Gefangene häufig noch mit glühendem Metall am ganzen Körper traktiert.

Der Spanische Bock wurde gern zur Folterung von Hexen eingesetzt

Zur Zeit der Hexenjagd und -Folterung, sowie später bei der Bestrafung von Soldaten, wurde gern der Spanische Bock als Folterinstrument verwendet. Dieses Gerät bestand aus einem, nach oben keilförmig geformtem, Bock, welcher auch oft mit scharfen Metallspitzen bestückt war. Die Frauen, welche als Hexen verdächtigt wurden, band man nun mit gespreizten Beinen auf das Folterinstrument und beschwerte teilweise die Füße der Gequälten mit Gewichten, um die Verletzungen im Genitalbereich noch verheerender werden zu lassen. Gleiches geschah mit den Soldaten als Bestrafung für Vergehen.

Bild gefunden auf www.fromoldbooks.org